Kobra & heraufschauender Hund

Bhujangasana: bhujanga = Schlange; bhuja = Arm; anga = Glied; asana = Haltung, Sitz
Urdhva mukha shvanasana: urdhva = herauf, nach oben; mukha = Gesicht; shvana = Hund
Beide Asanas sind Rückbeugen aus der Bauchlage heraus. Um von hier in die jeweilige Haltung zu gelangen, arbeiten wir gegen die Schwerkraft. Die Muskulatur der Körperrückseite wird aktiviert, die der Vorderseite von den Zehen bis zum Kopf gedehnt, gleichzeitig entsteht hier Spannkraft.
Rückbeugen sind z. B. angezeigt bei Menschen mit überwiegend sitzenden Tätigkeiten, um die Flexibilität in Brustkorb & Hüfte zu erhalten. Verspannungen in Schultern & Rücken werden gelöst.
Kräftigung der Muskeln: Rücken, Wirbelsäule, Gesäß, hintere Oberschenkel, Waden, hintere Oberarme, Schultern, Atemapparat. Die Wirbelsäule wird auf der gesamten Länge gestreckt.
Indem das Schambein in den Boden gedrückt wird, entsteht ein Energie-Kreis vom unteren Ende der Wirbelsäule hinunter über das hintere Becken nach vorn unten. Das Becken wird also von der Rückseite zur Vorderseite eingerollt. Am anderen Ende der Wirbelsäule entwickelt sich ein ähnlicher Energie-Kreis durch die Tendenz des Kopfes, sich vom Nacken zur Stirn nach vorn zu ziehen.
Die natürliche Krümmung in Hals- & Lendenwirbelbereich (Lordose) wird verstärkt. (Achtung: Stauchungen sind hier zu vermeiden!)
Wir wirken der Krümmung im Brustwirbelbereich (Kyphose) entgegen, der Brustkorb öffnet sich nach vorn. (Vorsicht auch hier: Verspannungen im Brustkorb können schnell zu einer Fehlhaltung führen, eventuell ziehen die Schultern nach oben vorn, ein Rundrücken entsteht!)
Die Atmung kann behindert werden durch verkürzte oder verspannte Brust-, Bauch- &/oder Atemhilfmuskeln, die an der Weitung der Rippenbögen beteiligt sind.
Das Herzchakra (Anahata) wird aktiviert.
Rückbeugen sind für den gesamten Organismus energetisierend.
Urdhva Mukha Shvanasana:
Wie Kobra, nur dass hier die Hände in den Boden gedrückt & die Arme gestreckt werden, um so den ganzen Körper von der Matte in einem nach hinten gerichteten Bogen anzuheben. Brustkorb zwischen den Armen nach vorn schieben. Schultern nach hinten, unten. Den Fußspann dabei fest in der Erde verankern.
Geeignet für: Fortgeschrittene/ einen schon etwas aufgewärmten, gedehnten Körper Beide Asanas dienen der Vorbereitung auf intensivere Rückbeugen, wie z.B. Ushtrasana (Kamel), Dhanurasana (Bogen), Urdhva dhanurasana (volles Rad) oder als Ausgleichshaltungen.
Kobra als Symbol:
In Indien haben viele Menschen Angst vor Schlangen, weil das Gift einiger Arten tödlich sein kann. So steht die Kobra oft als Symbol für die Fähigkeit, unsere Ängste zu überwinden & loszulassen. Buddha soll einmal unter einem Baum meditiert haben, als sich ihm einige Kobras näherten. Er meditierte ruhig weiter & diese Ruhe ging auf die Schlangen über. Während die Menschen, die sich vor Buddha versammelt hatten, aus Angst vor den Kobras Abstand hielten, fing es stark an zu regnen. Buddha saß ungeschützt dort, bis die größte der Kobras sich hinter ihm hoch aufrichtete & ihren Hals über Buddhas Kopf wie einen Regenschirm aufspannte.

